Samstag, 6. November 2021

Kulinarische Reise durch Deutschland - Teil 2: Bayern

Von Baden-Württemberg aus reisen wir im Alphabet Richtung Bayern. Und da heute Samstag und nicht Sonntag ist, fällt der Schweinebraten schon mal raus.

Was liegt also näher als die Weißwurst? Ja, ich weiß, "war ja klar" und ähnliches. Nicht wirklich einfallsreich (braucht es auch nicht zu sein). Aber lecker. Auch für Franken ;)

Wo kommt sie eigentlich her, die Weißwurst? Der Legende nach ist die Weißwurst ein Zufallstreffer aus dem Gasthaus "Zum Ewigen Licht" am Münchner Marienplatz. Dort soll im Februar 1857 der Metzger "Moser Sepp" versehentlich das Bratwurstbrät in Schweine- anstatt Schafsdärme gestopft haben - weil sein Lehrling, den er aus der Not heraus (Fehlplanung im 19. Jahrhundert) nach Nachschub geschickt hat, eben mit jenen ankam. Ob es ein Versehen war (weil der Lehrling noch im Ersten Lehrjahr war) oder es einfach gerade keinen anderen gab - ist wohl nicht überliefert. Jedenfalls haben wir diesem "Fehler" die Weißwürste zu verdanken: Schweinedarm ist zu groß für Bratwürste und darüber hinaus zu zäh, um die Wurst zu braten. Kurzerhand hat der Moser Sepp sie daher in heißem Wasser gebrüht. Gebrüht, nicht gekocht. Beim Kochen können sie platzen (hab ich auch schon geschafft).

Andere Quellen wiederum erzählen, diese Wurst gäbe es schon viel länger und sie wäre eine Weiterentwicklung der sog. "Maibockwurst" - was das ist, darüber habe ich nichts gefunden - nur, dass der Stadtarchivar von München, Richard Bauer, das glaubt. 

Wie dem auch sei, wie man es dreht oder wendet - man landet bei der Weißwurst immer wieder in München und deswegen ist die Weißwurst mein Gericht der Wahl für Bayern gewesen.

Traditionell isst man sie übrigens mit Brez'n und Süßem Senf, dazu reicht man ein frisch gezapftes Weißbier. Und ganz wichtig: man muss sie vor dem 12-Uhr-Läuten essen!!

Da ich in der glücklichen Lage bin, einen Kühlschrank zu besitzen und darüber hinaus kein Handwerker bin, gilt das für mich mit dem 12-Uhr-Läuten nicht: Man nimmt an, dass das noch aus der Zeit stammt, wo die Leute keine Kühlmöglichkeit hatten und daher insbesondere im Sommer die in der Früh frisch gemachten Weißwürste recht schnell ... schlecht ... wurden. An anderer Stelle ist dagegen zu lesen, dass die Würste hauptsächlich von Handwerkern gekauft und gegessen wurden. Und die kommen ja (wenn sie kommen) Vormittags.

Wir essen sie also meist am Abend (oder als Weißwurstfrühstück). Süßer Senf (anderer schmeckt dazu tatsächlich nicht, zumindest uns nicht) und Brez'n gehört dazu. Als Nicht-Biertrinker verzichten wir aber aufs Bier.

Eigentlich is' oba a wurscht! An Guadn!




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