Jede Woche das gleiche Spiel - was soll es in den folgenden sieben Tagen zu essen geben? Meine Männer sind hierbei nur minder hilfreich, zumindest was die Planung betrifft.
Da ich in der letzten Zeit ebenso wenig einfallsreich war, kam mir neulich die Idee, mich doch mal auf Reisen zu begeben. Und zwar zu Anfang nach dem Motto "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
Langer Rede kurzer Sinn: Jedes der 16 Bundesländer hat seine Spezialitäten zu bieten. Das eine oder andere kennt man und macht man immer mal wieder. Aber da muss es doch noch mehr geben. Also habe ich mich gestern einige Stunden damit befasst. Ich habe verschiedene Websites besucht, mich kundig gemacht, recherchiert und tatsächlich für jedes der Bundesländer ein Gericht gefunden.
Ich möchte eines vorweg schicken: Es war nicht so einfach, wie ich zu Anfang dachte. Manche Länder haben bei Hauptspeisen, wenn sie warm und herzhaft sein sollen, eine ziemlich reduzierte Auswahl. Manche Gerichte sind gar länderübergreifend und damit meine ich nicht nur die Grenzen der Bundesländer. Und manche Gerichte sind wiederum von vorneherein weggefallen, da sie uns entweder in dieser Zusammenstellung gar nicht schmecken oder grundsätzlich Zutaten enthalten, die für uns nicht in Frage kommen. Aus diversen Gründen. Dann gibt es wiederum Zutaten, die man zu dieser Jahreszeit frisch nicht bekommt. Ich denke da z. B. an die "Frankfurter Grie Soß" (Frankfurter Grüne Soße). Saison ist das Frühjahr. Da bekomme ich alle Kräuter auch im Frankenland problemlos frisch. Jetzt natürlich nicht mehr. Es gibt diese Sauce alternativ aber auch fertig zu kaufen. Gut, könnte man machen. Nur - als Fertigprodukt ist sie im Raum Nürnberg (in Franken? Bayern?) überhaupt nicht zu bekommen. Oder ein spezieller Fisch für ein Rezept von der Küste. Der Fisch ist hier nicht verbreitet. Könnte ich natürlich bestellen. Kostet aber. Viel. Also fielen auch solche Rezepte gleich unter den Tisch.
Das, was übrig blieb, war natürlich immer noch ausreichend. Und somit ist die kulinarische Deutschlandreise gerettet.
Sofern mir die Infos vorliegen, werde ich eventuell noch Details erwähnen. Man sehe mir nach, falls sie nicht ganz korrekt sein sollten. Dort, wo ich mich nicht auskenne, muss ich mich auf Angaben von Bekannten oder dem Internet verlassen. Wer mir (verlässliche & seriöse) Quellen nennen kann, wo es "richtiger" steht, kann mir dies gerne schreiben.
Ich kann trotz sorgfältiger Recherchen nicht garantieren, dass die Speisen tatsächlich dort ihren Ursprung haben. Das war auch gar nicht mein Ziel. Mir war wichtig, dass das für das jeweilige Bundesland ausgewählte Gericht DORT als eines der traditionellen Gerichte zählt.
Abr nu gnug gschwädsed.
Unseren ersten Halt haben wir in Baden-Württemberg mit einer Portion Käsespätzle. Die absolute Herkunft ist nicht geklärt. Im gesamten süddeutschen Raum bis in die Schweiz und Österreich ist dieses Gericht bekannt und beliebt. Bei meinen (realen) Reisen in Baden-Württemberg steht dieses Gericht auf nahezu jeder lokalen Speisekarte als traditionelles Gericht. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurden die Spätzle zumindest 1725 von einem gewissen Rosinus Lentilius (sein Name lässt ja eher an ein seltsames Linsengericht denken...), gebürtiger Württemberger und Leibarzt des Stuttgarter Herzogs sowie Mitglied der "Leopoldina". 1838 wurde im "Schwarzwälder Boten" das Gedicht "Das Lob der Schwabenknöpfle" veröffentlicht.
Guada Abbedid!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen