Samstag, 20. November 2021

Kulinarische Reise durch Deutschland - Teil 16: Thüringen

Die letzte Etappe ist erreicht - es hat uns nach Thüringen verschlagen. Hier fanden wir einiges, was unserem Gaumen gefällt. Klar, Thüringen ist ja auch nah am Gourmetland Franken 😁

Entschieden haben wir uns schlussendlich für original Thüringer Bratwürste (exklusiv von einem Thüringer Metzger) mit Sauerkraut, Kartoffeln und echtem Thüringischem Senf. 

Was unterscheidet die Thüringer Bratwurst nun eigentlich von der einzig wahren Bratwurst, der Nürnberger? Nun, zuallererst natürlich die Größe (ich sag doch, die Größe alleine ist nicht das Entscheidende ;) ). Es gibt ja für alles eine EU-Verordnung und die gibt es natürlich auch für die Thüringer Rostbratwurst. Sie muss mindestens 15 cm lang sein, mittelfein, roh oder gebrüht. 100 bis 150 g schwer. Die Nürnberger ist zwischen 7 und 9 cm lang und wiegt zwischen 20 und 25 g (und schmeckt natürlich besser, das muss mal gesagt sein). Und - die Gewürzmischung ist ein "Nürnberger Staatsgeheimnis". Ja, echt jetzt! Staatsgeheimnis (somit wäre auch geklärt, dass Franken ein eigener Staat ist und Nürnberg Landeshauptstadt. Sag ich doch immer)! Okay, zurück nach Thüringen.

Die erste urkundliche Erwähnung (eine Bratwursturkunde - Sachen gibt's...) datiert aus dem Jahre 1404 (sagt das Bratwurstwiki). Im Rudolstädter Staatsarchiv findet sich eine Abrechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters (Bratwürste im Jungfrauenkloster, so so...) für einen Haufen dieser Würste (ich muss jetzt lachen). Wen das älteste Originalrezept interessiert, der muss im Staatsarchiv Weimar vorstellig werden. Und auch schon Martin Luther und Goethe wussten die Wurst zu schätzen. Und selbst im Simplizissimus wird sie lobend erwähnt. 

Guten Appetit!


 

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